KINO (Edition 2007) |
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Der Don Giovanni von Peter Sellars aus
dem Jahre 1985, eine der drei großen Mozart-Adaptionen, schließt
das 20. Internationale Mozartfestival in Rovereto ab. Es handelt sich
hierbei um eine Art zyklischen Abschluss, da man wieder zu einer Interpretation
der Figur mit nicht wenigen Anspielungen auf die Psychoanalyse und einer
kuriosen Übereinstimmung zurückkommt: der Regisseur hatte sich,
als er noch Student an der Elite-Universität Harvard war, der Oper
mit Marionetten gewidmet und nichts weniger als Wagners Tetralogie inszeniert.
Der 1957 geborene Sellars verwirklichte 1986 Così fan tutte, 1987 Don Giovanni und 1988 Nozze di Figaro, alle im Auftrag des PepsiCo Summerfare Festivals; die drei Opern Mozarts in seiner Adaption wurden heftig diskutiert, fanden aber auch große Zustimmung und wurden in den Vereinigten Staaten und in Europa mehrfach aufgeführt und verfilmt (von Decca, jetzt auch auf DVD). Don Giovanni wurde in die heutige Zeit verlegt, in die Unterwelt eines dunklen und beunruhigenden New Yorks, der Hauptdarsteller ist ein Farbiger und lebt am Rande eines normalen sozialen Kontextes; der potentielle Doppelcharakter des Don Giovanni und des Leporello wird dadurch verdeutlicht, dass die beiden Rollen farbigen Zwillingen anvertraut wurden. Ein Deutungsvorschlag, der vielleicht fern vom Denken Mozarts ist, aber in seiner Durchführung sicherlich meisterhaft und hilfreich provozierend. Der Eintritt für die Filmvorführung ist frei, diese findet am 7. Oktober, um 17 Uhr im Konferenzraum des Mart-Museums statt.
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